Reise durch die Welt des Whiskys!

Whisky Tasting im Bürgerhaus Dornholzhausen

(AJM) Whisky ist ein Getreidebrand, der in Holzfässern reift, das wissen wahrscheinlich die meisten. Dass die Grundlage des schottischen Malt-Whiskys gemälzte Gerste ist, der amerikanische Bourbon hingegen zu mindestens 51% aus Mais gewonnen wird, weiß man, wenn man beim Whisky Tasting „Colors of Whisky“ im Bürgerhaus Dornholzhausen dabei war.

Das Bücher-Café Eselsohr bot am 29. März den Rahmen für diese außergewöhnliche Veranstaltung, bei der über 50 Interessierte und Kenner einen Whiskylikör, sechs Whiskys sowie weitere Whiskys außerhalb der gemeinsamen Verkostung kennen lernen konnten. Seit Jahren beschäftigen sich die Brüder Manuel und Sebastian Spieß mit der aromatischen Spezialität und teilten ihr breites Wissen auf anregende  und unterhaltsame Weise. 

Die Zusammenstellung der Whiskys nahm die Gäste mit auf eine Reise um die Welt. Zur Einführung in die Welt des Whiskys servierten Manuel und Sebastian zunächst einen Whiskeylikör aus Kentucky, der mit natürlichem Bananenaroma versetzt wird und deshalb nicht als Whisky gilt, denn der darf keinerlei Zusätze enthalten.

Den Start mit den echten Whiskys machte der amerikanische „Angel’s Envy Port Cask Finish“, ein Bourbon, dem die Reifung in Portfässern besondere Aromen verleihen. Begleitet wurde er, in Anlehnung an den bei der Herstellung verwendeten Mais, von einem Snack aus gerösteten und gewürzten Maiskörnern. Ein Glasnudelsalat mit knackigem Gemüse folgte dem japanischen Malt Whisky „Tenjaku“, der sein Finish in Sherry-Fässern erhält. Die dänische Brennerei Stauning ist die erste Brennerei weltweit, die ihren Rye Whisky in Wermutfässern reifen lässt, so dass dieser die feinen Kräuteraromen aufnimmt. Den „Stauning El Clasico“ begleitete die schmackhafte Smørrebrød  Variante Pumpernickel mit gekochtem Ei und Kaviar.

Nachdem die Gäste geschmacklich die USA, Japan und Dänemark besucht hatten, ging es weiter mit dem klassischen Herkunftsland Schottland. Der „Tomatin Cù Bòcan Creation #5“ kommt aus der Highland Brennerei Tomatin. Jede Abfüllung von Cù Bòcan wird in unterschiedlichen Fasskombinationen gereift. Die fünfte Kreation ist der erste Single Malt, der in Fässern aus kolumbianischer Anden-Eiche reifte. Hier schmeckte man stärker als bei den vorherigen Whiskys rauchige und erdige Noten heraus, die sehr gut mit der dunklen Schokolade harmonierten, die dazu serviert wurde.

Ausführlich gingen Sebastian und Manuel Spieß auf die St. Kilian Distillers ein, eine WhiskyBrennerei in Rüdenau im Odenwald, die beide bereits mehrfach besucht haben. „Bud Spencer – The Legend“, der hier ausgeschenkt wurde, kombiniert Single Malt Whisky aus italienischen Amarone-Rotweinfässern und ex Bourbon Fässern aus den USA miteinander. Das Gerstenmalz stammt aus den schottischen Highlands und ist würzig rauchig. Dieses kräftige Aroma hält auch einem Sauerteigbrot mit veganem Schmalz Stand. Ein besonderes Highlight für die Gäste war die Möglichkeit, einer Fassgemeinschaft beizutreten. Nach drei Jahren Reifung in einem Amaronefass erhält man einen eigens abgefüllten Whisky „Glen Clover“.

Den Abschluss der Verkostung bildete der schottische Whisky „Smokehead Tequila Cask“, von dem unabhängigen Abfüller Ian MacLeod. In der Flasche befindet sich ein Whisky aus einer Islay Brennerei – aus welcher Brennerei ist jedoch ein streng gehütetes Geheimnis des Abfüllers. Islay ist die südlichste und fruchtbarste Insel der Inneren Hebriden und ist vor allem für Destillieren wie Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg bekannt. Doch welche Brennerei den rauchigen Malt hergestellt hat, der im Dornholzhäuser Bürgerhaus getrunken wurde, konnte auch von den anwesenden Expertinnen und Experten nicht geklärt werden. Klar wurde allerdings, dass eine hervorragend abgeschmeckte Guacamole sehr gut zu dem Whisky passt.

Zwei schottische und ein deutscher Whisky bildeten also den zweiten Teil der informativen und kurzweiligen Whiskyreise, die einen Einblick in die vielfältigen Aromen, die unterschiedlichen geschmacklichen Varianten und Herstellungsweisen gab. Angereichert mit vertieftem Wissen über Whisky gingen die Gespräche im Bücher-Café Eselsohr an diesem Abend noch lange weiter.